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Wahrnehmungslandschaften - Landschaftsoper Ulrichsberg

Andreas Fellinger im Gespräch mit Peter Ablinger

freiStil, 2009
 


(A.F.) Der künstlerische Werdegang des Peter Ablinger - in der Reihenfolge: Grafik an der HTL Linz, Free Jazz an der Musikhochschule Graz, Kompositionsstudien bei Gösta Neuwirth und Roman Haubenstock-Ramati - gehorcht scheinbar einer Logik. Ist das für Sie rückblickend auch so, oder stecken mehr Zufälle als Pläne hinter dieser Dramaturgie?

Etwas Ähnliches sagt auch Diedrich Diederichsen in seinem Musikzimmer-Sammelband, den ich gerade lese: "Manchmal wissen Bildende Künstler mehr über Musik als Musiker. Der Grund ist ihr in vieler Hinsicht geschulterer Blick auf die konzeptuelle Seite einer Arbeit. Musiker tendieren immer eher dazu, in der Erfüllung technisch-praktischer Aufgaben aufzugehen." Teilen Sie diese Einschätzung? 1982 übersiedelten Sie nach Berlin, wo Sie das "Ensemble Zwischentöne" gründeten, das aus einem Kurs für experimentelle und improvisierte Musik hervorging und aus aus Laien- wie Profimusikern besteht. Zusammen mit Bernhard und Klaus Lang, Nader Mahayekhi und Siegwald Ganglmair gründeten Sie den Verlag "Zeitvertrieb Wien Berlin". Ist Berlin für Ihre Arbeit gut geeignet? Hat sich das mit der Zeit geändert? Sehen Sie in Ihren Arbeiten Parallelen zu solchen von Christoph Herndler, der, ebenfalls ein Schüler von Haubenstock-Ramati, auf verschiedenste Weise an neuen Formen der Notation, der Partitur, der Fixierung von Musik denkt und arbeitet? Ich habe gelesen, dass Sie seit 1980 bis zum heutigen Tag an einer - bis dato 36-teiligen - Werkreihe mit dem Titel "weiss/weisslich" arbeiten, in der das Rauschen eine zentrale Stelle einnimmt. Eine Lebensaufgabe, wie es scheint? Auf Ihrer Website ist das schöne Beispiel angeführt: "Der heiße sommerliche Ostwind strich durch die Felder, und plötzlich hörte ich das Rauschen ... Ich glaube, es war das erste Mal, dass ich außerhalb eines ästhetischen Zusammenhangs (etwa eines Konzerts) wirklich hörte. Oder es war überhaupt das erste Mal, dass ich hörte ...". Ebendiesen Motiven scheint auch die Kompositionen "Schilf" (Haus am Waldsee, Berlin) geschuldet? In die gleiche Reihe gehört offenbar "Arboretum. Eine Komposition für 20 Bäume und Wind", die als Rahmenhandlung den größten Raum der "Landschaftsoper Ulrichsberg" einnimmt, während die anderen sechs Teile Mitte Juni mit dem großen Fest an der Großen Mühl (13.6.) finalisiert sind. Seit wann arbeiten Sie an dieser Landschaftsoper? Was sind die zentralen Beweggründe?


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