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peter ablinger - biographie
typoscript: Peter Ablinger, 1995

english biography


Peter Ablinger, geboren am 15. März 1959 in Schwanenstadt/Österreich. 1974-76 belegte er ein Graphikstudium in Linz. Begeistert für den Free Jazz studierte er von 1977-79 Jazz-Klavier an der Musikhochschule Graz. 1979-82 nahm er privaten Kompositionsunterricht bei Gösta Neuwirth in Graz, und bei Roman Haubenstock-Ramati an der Musikhochschule Wien.
"Als ich das Gymnasium unterbrochen hatte, landete ich erst mal auf einer Graphikschule. Es war beides da damals: Ich habe Jazz gespielt und Bilder gemalt. Entschieden hat es sich, als ich gemerkt habe, daß ich alles, was ich in der Kunst gelernt habe, auf die Musik übertragen habe. Das Lernen ging vom Optischen zum Klanglichen, nicht umgekehrt. Das war der Grund, die Graphikschule abzubrechen. Man kann sagen, daß lange Zeit das erste, was ich von einer musikalischen Idee festhalten konnte, etwas Bildhaftes war, ein paar Striche auf dem Papier, keine Noten. Ein bildhaftes Symbol für eine Intenstität vielleicht. Aber so wie vorher schon die Begriffe, gingen mir dann auch die Bilder aus. Es blieb nur mehr der Klang übrig, oder etwas, das noch irrealer ist als Klang. "Klang" war nicht einfach Musik in ihrem zeitlichen Verlauf für mich, sondern etwas, das sich in einem Moment zeigt. Die zeitliche Entfaltung ist dabei eher etwas Zwangsläufiges, Unvermeidliches. Mein Interesse gehört aber dem Ganzen, das sich in einem Moment darstellt..." (Peter Ablinger in einem Interview mit Markus Fein)

Zeichnung: ef Ablinger, 1988 Seit 1982 lebt Ablinger in Berlin, wo er bis 1990 an der Musikschule Kreuzberg unterrichtete und seitdem als freischaffender Komponist tätig ist. 1988 gründete er das Ensemble Zwischentöne, das er bis 2007 leitete und das von Anfang an aus einer Mischung aus Laien und Profis bestand, einer Konstellation, die emblematisch für die Ensemblearbeit und mehr und mehr zu einer Infragestellung falscher Professionalität und Routine wurde. Unzählige Uraufführungen von verwandte Fragen stellenden KomponistInnen wie Christian Wolff, Maria de Alvear, Antoine Beuger, Sven-Åke Johansson, Christina Kubisch, Alvin Lucier, Benedict Mason, Georg Nussbaumer, Pauline Oliveros, Akio Suzuki, etc. erzählen geradezu von einer parallelen, einer anderen Geschichte der Neuen Musik.

Seit 1992 war Ablinger immer wieder als Gastprofessor und Dozent an verschiedenen Universitäten und Instituten tätig. In den letzten Jahren gab es wiederholt Einladungen von US-amerikanischen Universiäten wie der Columbia University New York City, dem BARD College, der Manhattan School of Music, in Yale und Harvard/Cambridge. Seit 2012 ist er Research Professor an der Universität Huddersfield. Aber auch die ausser-institutionelle Arbeit mit jungen KomponistInnen, die sich privat an Ablinger wenden, nimmt zu. Einem von ihnen, Bill Dietz, hat er 2007 die Leitung des Ensemble Zwischentöne übergeben.

Neben seiner kompositorischen Tätigkeit initiierte und leitete er etliche Festivals, u.a. die Klangwerkstatt 1990-1992, 1997 Insel Musik, 1998 Zehn Jahre Zwischentöne, 1999 Musik für Orte 1-3.

Gemeinsam mit Bernhard Lang, Klaus Lang, Nader Mashayekhi gründete er den Verlag ZEITVERTRIEB WIEN BERLIN, der über konventionelle Musikverlage hinausreichend, als Antwort auf die veränderten Normen des Werkbegriffs, der Aufführungssituation, der Notation, der Instrumentenbehandlung, des Instrumentenbaus und der Wahrnehmung selbst verstanden werden kann.

An Preisen und Auszeichnungen erhielt er u.a. 1998 den Förderpreis der Akademie der Künste Berlin, 2001 ein Stipendium der Villa Aurora Los Angeles, 2008 den Andrzej-Dobrowolski-Kompositionspreis für das Lebenswerk, 2010 den Deutschen Klangkunstpreis und 2011 den Ad Libitum Kompositionspreis.

2012 wurde er zum Mitglied der Akademie der Künste Berlin ernannt. Im selben Jahr wurde das 'Peter-Ablinger-Archiv' der Akademie der Künste Berlin eröffnet. Ebenfalls von 2012 an ist er Research Professor an der Universität Huddersfield (bis 2017).

Ablingers Werke wurden bei unzähligen Festivals weltweit aufgeführt, u.a. bei: Wien Modern (Personale 2008), Donaueschinger Musiktage (1997,2000,2003,2010), Los Angeles resistance fluctuation (1998), Huddersfield Contemporary Music Festival (2003,2005,2010), Teatro Colón Buenos Aires (Personale 2005), Happy Days Oslo (Personale 2005), Holland Festival Amsterdam (Portrait 2007), La Biennale di Venezia (2007), Carnegie Hall New York (2007), Plus Minus Portrait London (2008), Wet Ink Portrait Series New York (2009), Philharmonie Luxemburg (Personale 2009), SPOR Festival Denmark (Personale 2010), Mostra Sonora in Sueca und Time of Music Viitasaari (jeweils Composer in Residence 2013), Philharmonie Köln, Konzerthaus Wien und Concertgebouw Amsterdam (jeweils Installationsoper 2015).

Seine Werke mit Installationscharakter wurden u.a. an folgenden Orten präsentiert: Offenes Kulturhaus Linz, Diözesanmuseum Köln, Santa Monica Museum of the Arts, Kunsthalle Karlsplatz Wien, Akademie der Künste Berlin, Kunsthaus Graz, Ostseebienale der Klangkunst, Kunsthalle Rostock, MAK Wien und Haus am Waldsee Berlin (jeweils Retrospektive 2008), Tina B Praha, Matadero Madrid, MuHKA Antwerpen, SoundART Köln, Museum für Gestaltung Zürich (Personale 2012), ZKM Karlsruhe, Deutsches Museum München, Shalman Art Gallery Tehran, Haniqah Sarajevo (Personale 2014), Shanghai Biennale, Architekturmuseum Basel

Einspielungen seiner Werke liegen auf über 40 CD-Veröffentlichungen vor. (Auswahl): Extraplatte 1998, Durian Records 1998,2003, col legno 1998,2002,2004, hat(now)Art 2000, Kairos 2000,2009, World Edition 2002,2014, Los Angeles River Records 2003, Mode Records 2009, God Records 2012,2013, Subrosa 2013, Edition Wandelweiser 2014, Sacred Realism 2016.

Peter Ablinger schafft musikalische Situationen, in denen die Wahrnehmungsfähigkeit des Hörers oft stark unter- oder überfordert wird, um ihn dazu anzuregen, seine Aufmerksamkeit und Wahrnehmung von Wirklichkeit zu schärfen. Die Eintonkomposition Ohne Titel/2 Klarinetten (1993) versteht Ablinger weniger als Stück denn als eine Art "architektonischen Eingriff", der den Raum, in dem man sich befindet, verändert und dadurch bewusst macht, dass der gleiche Ton niemals der gleiche ist. Durch das Sich-Aufhalten an dieser feinen Grenze wird "Anwesenheit" (unmittelbares Im Augenblick-Sein) wahrscheinlich gemacht. Bisweilen erinnert Ablingers Musik mit ihrem Anliegen, reine Gegenwart erfahrbar zu machen, an spirituelle Übungen: In Exercitium 1-6 für Gitarre (1997) werden alle Saiten der Gitarre sukzessive so hoch gestimmt, bis sie reissen. Die musikalische Situation ist bis zum äußersten "gespannt", da jederzeit der Augenblick des "Jetzt", des Reissens der Saite, stattfinden kann.

typoscript: Peter Ablinger, 1995 Ablingers Werk gliedert sich in mehrere parallele Zyklen. Neben einer Reihe rein instrumentaler Stücke bis zu 25 Spielern (Der Regen, das Glas, das Lachen, 1994) beschäftigte ihn bereits seit 1980 eine Werkreihe mit dem Titel Weiss/weisslich (bislang 36 Teile). Charakteristisch für die Stücke des Zyklus ist, dass sie sich nicht auf eine bestimmte Verfahrensweise festlegen lassen, obwohl manche Teile fast an musikalische "Ready-mades" erinnern, bei denen der Komponist neben der Auswahl der musikalischen Situationen auf jede weitere Bearbeitung verzichtet. Einige der sogenannten "Hinweisstücke" bestehen sogar lediglich aus ihrem Titel (z. B. Weiss/weisslich 9a: Windweg: Gehen, und den Wind hören; Weiss/weisslich 19: Hand hinters Ohr halten/wegnehmen). Die Komposition von Eintonstücken zu Beginn der 1990er Jahre (z.B. anfangen(:aufhören), 1991, oder Ohne Titel/14 Instrumentalisten, 1992) führte ihn zum entgegengesetzten Extrem: dem Experimentieren mit der Gleichzeitigkeit aller Töne, die sich im weißen Rauschen manifestiert (Zyklus Instrumente und Rauschen (seit 1995)). Zur selben Zeit begann er mit seiner Reihe Quadraturen. Für Quadraturen IV ("Selbstportrait mit Berlin") (1995-98) wurden verschiedene Mikrofonaufnahmen von Stadtlärm spektral analysiert und - gleichsam grob gerastert - auf Instrumente rückübertragen: der Ensembleklang verhält sich zur "Wirklichkeit" der zugrundeliegenden Aufnahmen als grober Raster, "Musik" und "Wirklichkeit" werden aufeinander bezogen, prinzipiell vergleichbar. Im Zyklus Instrumente und ElektroAkustisch Ortsbezogene Verdichtung (IEAOV) versucht Ablinger, am jeweiligen Ort der Aufführung neu instrumentale Klänge elektroakustisch so weit zu verdichten, dass eine Rausch-Fläche entsteht, die die Zeit in den Augenblick gleichsam "hochklappt". Die Zeit zum "Alles Immer" zu verdichten (schon seit seinen frühesten Werken eine Eigenart vieler Kompositionen Ablingers) mag zwar von visuellen Vorstellungen inspiriert sein. Dennoch will Ablingers Musik nichts außerhalb ihrer selbst repräsentieren oder symbolisieren, sondern sich selbst als schlicht Seiendes zeigen: "Die Klänge sind da, um zu hören ( - nicht um gehört zu werden. Das ist etwas anderes). Und das Hören ist da, um aufzuhören. Mehr weiß ich auch nicht."

Seit 2001 erscheinen vielteilige Serien-Stücke (z.B. Voices and Piano) oder mehrgliedrige Netzwerke, in denen verschiedene musikalische Gattungen, Topoi, Besetzungen miteinander kombiniert sind, z.B. ein Hinweis und ein Instrumentaltrio (Hotel Deutsches Haus), oder eine Installation, ein Elektronik- und ein Orchesterstück (Altar). Vor allem in den beiden Komplexen "Stadtoper Graz" und "Landschaftsoper Ulrichsberg" enstehen vielschichtige Organismen, die über Gattungsgrenzen hinweg, und von Fragen nach Methode und Stil unabhängig, den Hörer zum Hauptakteur erheben, und gleichsam über das Hörbare - und auch das Unhörbare miteinbeziehend - die selbstbehauptete Erfahrbarkeit von Welt herausfordern. (Gerald Resch)



Biografie, tabellarisch:
1959 geboren in Schwanenstadt Österreich
1974-76 Graphikstudium in Linz
1977-79 Jazzklavier an der Musikhochschule Graz
1979-82 Komposition privat bei Gösta Neuwirth, und an der Musikhochschule Wien bei Roman Haubenstock-Ramati
lebt seit 1982 in Berlin

verschiedene Tätigkeiten, Auszeichnungen (Auswahl):
1982-90 an der Musikschule Kreuzberg tätig
1988 Gründung und bis 2007 Leitung des Ensemble Zwischentöne
1990 Mitbegründung und bis 1992 Leitung der Klangwerkstatt
1993 Gastprofessur in Graz
1996 Organisation von Zeit Geben 1-3, Gastkomponist des IEM Graz; Stipendiat der Heinrich Strobel Stiftung
1997 Leitung der Insel Musik Berlin
1998 Konzertreihe 10 Jahre Zwischentöne; Förderpreis der Akademie der Künste Berlin
1999 Gründung des ZEITVERTRIEB WIEN BERLIN; Gastdozent der Wiener Tage für zeitgenössische Klaviermusik; Konzertreihe "Musik für Orte 1-3"
2000 Konzertreihe "Für Christian, Nader und Pauline"
2001 Konzertreihe "Musik für den Blick nach draußen"; Stipendium der Villa Aurora, Los Angeles
2002 Gastkomponist des IEM Graz
2003 "Musik für Hunde" bei den Donaueschinger Musiktagen, "Konzept (:Musik)" im Rahmen des Festivals Conceptualisms (Akademie der Künste, Berlin)
2005 Kurator für "Turning Sounds" Warszawa, Konzertreihe "Hörsturz" Berlin, Preis der österreichischen Gesellschaft für elektronische Musik
2007 Lectures u.a. am Institute for Living Voice Buenos Aires, Columbia University New York City, BARD College New York
2008 Dozent am BARD College New York, Lectures u.a. an der Hochschule für Musik Frankfurt a.M., Zürcher Hochschule der Künste, Musikuniversität Wien; Andrzej-Dobrowolski-Kompositionspreis für das Lebenswerk
2009 Lectures u.a. bei der Darmstädter Frühjahrstagung, an der Manhattan School of Music und in Yale, 2009/10 Gastprofessur an der Kunstuniversität Graz
2010 Vortäge u.a. in der Akademie der Künste Berlin, am Institute for Sonic Arts Research Ljubliana, an der Musikuniversität Wien und der Akademie der Bildenden Künste Wien, Deutscher Klangkunstpreis
2011 Dozent an der Impuls Akademie Graz, am Mozarteum Salzburg und am BARD College New York, Ad Libitum Kompositionspreis
2012 Eröffnung des Peter-Ablinger-Archivs, Workshops an der Zürcher Hochschule der Künste, Dozent in Harvard/Cambridge, Mitglied der Akademie der Künste Berlin, 2012-2017 Research Professor an der Universität Huddersfield
2013/2014 Workshop "Composition Beyond Music" in Graz, Viitasaari, Darmstadt und Gaudeamus Utrecht, weitere Workshops und Residencies in Basel, Teheran, Sueca, Ostrava, Sarajevo und Brüssel
2015 Workshops und Masterclasses in Ostrava, Chaykovsky, Toledo, Basel, Huddersfield
2016 Vorträge: Cusanuswerk Stuttgart, Musicacademy Reykjavik, Den Haag, Universität Köln, Hochschule Luzern, Cork/Ireland, Braunschweig; Masterclasses beim Festival Mixtur Barcelona

Konzerte (Auswahl):
Wiener Festwochen, Berliner Festwochen, Wien Modern, Darmstädter Ferienkurse, Musikprotokoll des Steirischen Herbstes, Bienale Berlin, Trienale Köln, Prager Frühling, Hörgänge Wien, Donaueschinger Musiktage, Internationales Musikfestival Istanbul, Klangaktionen München, Los Angeles Resistance Fluctuation, Musica Nova Sofia, Festival of Vision Hong Kong, Huddersfield Contemporary Music Festival, Teatro Colón Buenos Aires, Happy Days Oslo, SuperDeluxe Tokyo, Kunstraum Düsseldorf, Cut&Splice London, Música Contemporánea Santiago de Chile, Maerzmusik Berlin, Holland Festival Amsterdam, La Biennale di Venezia, Carnegie Hall New York, AMUZ Antwerpen, SPOR Festival Denmark, Musica Nova Helsinki, Contempuls Festival Prague, Philharmonie Luxembourg, Teatro Argentino La Plata, Museo Universitario Arte Contemporaneo Mexico City, Mostra Sonora Sueca, Time of Music Viitasaari, Bienal Música Hoje Curritiba Brasil, Stedelijk Museum Amsterdam, Alte Oper Frankfurt, Harpa Reykjavik

Installationen (Auswahl):
Offenes Kulturhaus Linz, Neue Galerie der Stadt Graz, Stadttheater Gießen, Neue Musik Rümlingen, Stadtgalerie Kiel, Moltkereiwerkstatt Köln, Podewil Berlin, Maerzgalerie Linz, Diözesanmuseum Köln, Rote Fabrik Zürich, Santa Monica Museum of the Arts, Kunsthalle Karlsplatz Wien, Akademie der Künste Berlin, Kunsthaus Graz, Ostseebienale der Klangkunst, Wiener Festwochen, Medienkunstlabor Graz, Musikkinformasjonssenteret Oslo, Kunsthalle Rostock, MAK Wien, Märkisches Museum der Stadt Witten, Haus am Waldsee Berlin, Tina B Praha, WUK Kunsthalle Exnergasse Wien, Matadero Madrid, Tonspur Berlin, Galerie Spanien Aarhus, MuHKA Antwerpen, Skulpturenmuseum Marl, SoundART Köln, Ars Electronica Linz, Museum für Gestaltung Zürich, Królikarnia Warszawa, ZKM Karlsruhe, Kunsthaus Dresden, Deutsches Museum München, Shalman Art Gallery Tehran, Malta Festival Poznan, KunstFestSpiele Herrenhausen, Haniqah Sarajevo, Shanghai Biennale, Architekturmuseum Basel

Kombinierte Stücke, Opera:
Offenes Kulturhaus Linz, Konzerthaus Wien, Santa Monica Museum of the Arts, ORF-Sendessaal und Kunsthalle Karlsplatz Wien, Donaueschinger Musiktage, "OPERA/WERKE Stadtoper Graz in sieben Akten" Steirischer Herbst 2005, Estudio Abierto Buenos Aires, Turning Point Warszawa, OPERA/WERKE Landschaftsoper Ulrichsberg 2009, City Opera Buenos Aires 2011, Ostrava Days, ReSounding Dublin, Philharmonie Köln, Konzerthaus Wien, Concertgebouw Amsterdam

Permanente Stücke:
Weiss/Weisslich 27d ("für Winfried Ritsch"), IEM Graz, Österreich
Arboretum Seitelschlag, Ulrichsberg, Österreich
Schilf (Weiss/Weisslich 30), Skulpturenpark, Haus am Waldsee, Berlin
Deus Cantando (God, singing), Ars Electronica Center, Linz, Österreich

Peter-Ablinger-Archiv:
Autographe und Skizzen, Akademie der Künste Berlin



Werkcharakteristik
"Mein Material ist nicht der Klang.
Mein Material ist Hörbarkeit.

So wie andere die mit Klang arbeiten
etwa einen Klang setzen dann eine Pause
setze ich Hörbarkeit dann Unhörbarkeit.

Unhörbarkeit kann auf verschiedene Weise entstehen.

Durch Leisigkeit aber auch durch Lautheit.
Durch zu tiefe Töne und durch zu hohe Töne.
Durch Langsamkeit aber auch durch Geschwindigkeit.
Dadurch daß zu wenig passiert aber auch dadurch daß zu viel passiert.
Durch zu große Nähe und durch zu große Entfernung.
Durch zu kurze Dauern und durch zu lange Dauern.
Durch Leere und durch Fülle.

Hinzuzufügen ist, daß das Verhältnis von Hörbarkeit und Unhörbarkeit - im Gegenatz zu Klang/Pause - ein gewissermaßen transzendierendes ist. Erstens sind Hörbarkeit und Unhörbarkeit nicht einmal in der Idee absolut voneinander getrennt sondern durch ein "kritisches Band" miteinander verknüpft. Das heißt es gibt eine kritische Zone innerhalb derer, für jeden etwas unterschiedlich, der Übergang von der Hörbarkeit zur Unhörbarkeit passiert. Zweitens und wichtiger: Das Verhältnis von Hörbarkeit und Unhörbarkeit ist kein polares, sich ausschließendes sondern der Wechsel der Hörbarkeit zur Unhörbarkeit bedeutet einen Übergang in einen ANDEREN Zustand. Beispielsweise die Überschreitung einer gewissen Lautstärke wird zu Schmerz, die Überschreitung einer gewissen Frequenz wird zu Ultraschall, die Unterschreitung einer gewissen Dauer eines Tones wird zum Knack, die Überschreitung einer gewissen Informationsmenge wird zu Chaos oder Rauschen."
P.A.6/97






Ein E-Mail-Interview mit Fragen des Komponisten Trond Olav Reinholdtsen, PDF, 27 KB

Biografie und Werktext zu Quadraturen IV von Christian Baier, PDF, 12 KB

Rundfunkportrait 1997, von Sabine Sanio, PDF, 56 KB

Christian Scheib über einige frühe Werke 1987-91, PDF, 62 KB

Sebastan Kiefer: Werkportrait, Falter, Wien, 2008, PDF, 30 KB

Stefan Fricke: Klangkunst-Fragebogen, Hessischer Rundfunk, 2010, PDF, 27 KB

Björn Gottsein: Die Metaphysik des Klangs, Zitty 2008, PDF, 10 KB

Wolfgang Gratzer und Peter Ablinger führen ein E-Mail-Gespräch über Sprachlosigkeit und über unterschiedliche Hörformen, betreiben anhand einiger Kompositionen von Peter Ablinger "Wahrnehmungsforschung" und hinterfragen die Relevanz des Begriffs "Experiment" für die Kunst, 2010, PDF, 59 KB

Pressestimmen, PDF, 152 KB



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