Peter Ablinger:
Weiss/Weisslich 26,
Skizzen für ein Arboretum
(seit 1996)
Anordnung und Pflanzung von Bäumen, Büschen und Gräsern nach akustischen Gesichtspunkten
tree plantations according to acoustic criteria such as colour and intensity of noise
Erste Notizbucheintragung zu Weiss/Weisslich Nr. 26,
Skizzen für ein Arboretum, Hiddensee 10.9.1996
Text:
Arboretum / zB. 2 Kreise
I.
Birke, Eberesche, Esche (Bach), Erle, Weide Weißdorn
II.
Steineiche, Hasel, Wein, Efeu (Mauer) Schlehe, Holunder
III.
Tanne, Ginster, Heide, Pappel (Espe), Eibe
Sternförmig nach Laustärke entfernt von der Mitte
1. Kreis: Konsonanten
jeweils ganze Gruppen einzelner Baumsorten. Eine mittelpunktnahe Umkreisung sollte alle Bäume gleich laut erscheinen lassen.
2. Kreis: Vokale
Zwischen Kreis 1 und 2 ist ein Teich; er trennt und verbindet die beiden Kreise. An seinem Ufer sind Erle, Weide, und gegenüber: Pappel.
In dieser ersten Skizze geht es vor allem um die sehr unterschiedlichen Lautstärkenverhältnisse einzelner Baumarten, bzw. um den Ausgleich dieser Unterschiede in Bezug auf eine bestimmte Hörerposition - während die Auswahl der Bäume hier eine symbolische ist: Die 18 aufgeführten Bäume stellen - nach Robert Ranke-Graves, "Die Weisse Göttin" - das keltische Baum-Alfabeth dar (nach welchem alles als "Baum" zählt was einen verholzenden Stamm hat).
> siehe auch: Weiss/Weisslich 18, Baumrauschen
In 1996 when I was recording the last of 18 trees for Weiss/Weisslich 18, I was dreaming for the first time of a "live-version" of that piece: a plantation of an ensemble of trees according to their acoustic qualities. In nature (or parks) it is usually difficult to experience the differences in colours of their noise in the wind. One sound overlaps the other so it might be impossible to realize the subtle variance between species. The design of an arboretum includes various criteria: The quality of land and the preference of local species; the visual design, which can have a conspicuous and geometric outline, as well as follow the maximum of integration into the given landscape up to partial invisibility. In any case the separation of different species and the estimation of the right distances is crucial for the trees in order to disclose their delicate acoustic individualities.
Below you can find a collection of sketches and observations for this project, and also versions of arboretums that are in the stage of concrete planning. The first arboretum will be planted in spring 2008 in Ulrichsberg, Austria, as the first act of the so-called "Landschaftoper" (landscape opera). (English notes edited by Andrew Smith)
Kiefern und Schilf (Brandenburgische Etüde)
.jpg)
"Brandenburgische Etüde", Federzeichnung von Peter Ablinger
abwechselnd niedrige Kiefern (buschartig) und Schilf pflanzen
(Boden: Sand/Wasser) 10.4.97
> siehe auch: Weiss/Weisslich 30, Schilf, Wind
Klangfarben/Formanten der Bäume
Aus der Erfahrung heraus, daß unser Klangfarbengedächtnis nicht besonders entwickelt scheint, und das Wiedererkennen von Bäumen allein über ihr Rauschen nur in Einzelfällen möglich ist, gibt das Folgende eine Gedächtnisstütze, indem das jeweilig Rauschen zB. auf seine Vokalformanten untersucht wird (deutsche Schreibung der Vokale):
Birke [hiss], fast "weisses" Rauschen
Eberesche [fuh + chih]
Esche [e-ä-a + ch/h] + tiefer Ton
Erle [a-e + h] mittel
Weide [o-a-e] breit [+ f/h/sch/s]
Weißdorn [o-u + f]
Eiche [sch + e + s]
Steineiche [a] + Blätterklingeln; [a, fa, cha]
Hasel [e]-Rauschen [sch/f] + tieferes [a-o]
Wein [o-e + ch]
Efeu [Rascheln, w]
Schlehe [o-a + v]
Holunder [a] breit + [ch/sch] ([sch, sa, helles a])
Tanne [a] + [chuh], vor allem [a]
Ginster [s-sch + i] Farbe wie Birke + Klingeln
Heide [u, f, sch], geschlossenes [u], wie [v]
Pappel [a-e (ä) + ch]
Eibe [o-a], [h]
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |